Zu den Vorträgen von Martin Straube

Rund um das Psychotrauma

Jeweils dienstags 19:30 Uhr. Eintritt frei, über eine Spende freuen wir uns, Richtsatz 10 Euro.

 

In der Vortragsreihe der Dienstagsvorträge geht es in diesem Halbjahr um Themen rund um das Psychotrauma.

Trauma ist ein maximaler Stress, für den der betreffende Mensch keine Konzepte hat, die ihn überwältigen und entweder starke psychische Symptome oder auch körperliche Erkrankungen bewirken kann.

Es geht um das Trauma selber, darum, weshalb es immer mehr traumatisierte Menschen gibt, warum er verletzlicher geworden ist, um Trauma-Folgen und wie mit einem traumatischen Prozess umzugehen ist.

Daran können uns Kräfte hindern, da ein Trauma in der Regel unsere Motivation schwächt, die uns durch das Leben trägt.

Da insbesondere auch unsere Lebenskräfte geschwächt werden, schauen wir die Lebensprozesse an, die dem Lebensorganismus als Werkzeuge dienen.

Das was uns vor Traumata schützt, aber auch das, was uns aus einem traumatischen Prozess befreien kann, nennt man heute Resilienz.

Um diese Themen wird es bis Anfang Mai gehen. Danach werden wir einige Künstlerbiographien betrachten, die ihrem Trauma ihre kreativen Fähigkeiten verdanken.

Diese Themen folgen im Mai und Juni.

Seit Kain und Abel gibt es Traumata. aber erst seit den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gibt es eine Psychotraumatologie. Und heute sind wir erschüttert über die vielen traumatisierten Flüchtlinge, über die vielen Menschen, die Gewalt oder sexuelle Übergriffe erlebt haben. Oft sind es keine großen und schweren Einzelereignisse, manchmal ist es nur ein falsches Wort zur falschen Zeit, sind es Kinder, die zu lange von den Eltern getrennt waren, Kinder, die nicht die Fürsorge erhalten haben, deren sie bedürfen und damit einen erschwerten Weg ins Leben vorgefunden haben, vieles, was in Entwicklung begriffen war, nicht haben ausbilden können und so ein „Entwicklungstrauma“ mit sich tragen, oft mit denselben Folgen, wie nach schweren Ereignissen.

Wir müssen davon ausgehen, dass diese Verletzlichkeit des Menschen größer wird. Darum ist das Thema brandaktuell und es wird immer mehr davon abhängen, dass wir die Zeichen erkennen und angemessen damit umgehen: im alltäglichen Umgang, im pädagogischen Kontext und in der Therapie.

 

Mein Name ist Martin Straube, ich bin Arzt und in Hamburg (neben dem Steinerhaus als Privatarzt niedergelassen.

Lange war ich in Süddeutschland als Kassenarzt in einer großen HIV/AIDS-Schwerpunktpraxis, danach im Ruhrgebiet an mehreren Schulen als Schularzt tätig und war gleichzeitig als Dozent in Witten (Ausbilder heilpädagogischer Waldorflehrer) und in Wuppertal (Ausbilder von Heilerziehungspflegern) tätig.

Jetzt mache ich viele Fortbildungen für Ärzte, Heilpraktiker und Apotheker. Ferner arbeite ich in Kriegs- und Krisengebieten mit traumatisierten Kindern und bilde Traumapädagogen aus (www.iintp.info)